Factoring vs. Bankkredit, Kontokorrent, Leasing und Finetrading
Unternehmen haben heute deutlich mehr Möglichkeiten zur Finanzierung als den klassischen Bankkredit. Neben Kontokorrentlinien, Leasing und Einkaufsfinanzierungen hat sich auch Factoring als Instrument zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs etabliert.
Die entscheidende Frage lautet dabei nicht: Welche Finanzierungsform ist grundsätzlich die beste? Sondern: Welche Lösung passt zum konkreten Finanzierungsbedarf?
Ein Unternehmen, das eine neue Maschine kaufen möchte, hat andere Anforderungen als ein Betrieb, der regelmäßig 30, 60 oder 90 Tage auf die Bezahlung bereits gestellter Rechnungen wartet.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
- Factoring: macht Liquidität aus geeigneten, bereits entstandenen Forderungen früher verfügbar.
- Bankkredit: eignet sich unter anderem zur Finanzierung von Investitionen und längerfristigem Kapitalbedarf.
- Kontokorrentkredit: bietet kurzfristig verfügbaren finanziellen Spielraum innerhalb eines vereinbarten Kreditrahmens.
- Leasing: ermöglicht die Nutzung von Fahrzeugen, Maschinen oder anderen Wirtschaftsgütern gegen laufende Leasingraten.
- Finetrading: setzt auf der Einkaufsseite an und verschiebt den Zahlungszeitpunkt gegenüber dem Zwischenfinanzierer.
Factoring steht deshalb nicht zwangsläufig in Konkurrenz zu allen anderen Finanzierungsformen. In vielen Unternehmen können mehrere Instrumente sinnvoll miteinander kombiniert werden.
1. Was unterscheidet Factoring grundsätzlich von einem Kredit?
Der wichtigste Unterschied liegt in der wirtschaftlichen Grundlage der Finanzierung.
Bei einem Kredit stellt eine Bank oder ein anderer Kreditgeber dem Unternehmen Fremdkapital zur Verfügung. Dieses Kapital muss entsprechend den vereinbarten Bedingungen zurückgeführt und verzinst werden.
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen dagegen geeignete Forderungen aus bereits erbrachten Lieferungen oder Leistungen an eine Factoringgesellschaft.
Die Finanzierung basiert damit nicht auf einem klassischen Darlehen, sondern auf dem Ankauf bestehender Forderungen.
Typischer Factoring-Ablauf
- Das Unternehmen erbringt eine Lieferung oder Leistung.
- Eine geeignete Forderung gegenüber dem Kunden entsteht.
- Die Forderung wird der Factoringgesellschaft zum Ankauf angeboten.
- Nach erfolgreicher Prüfung und Ankauf wird der vertraglich vereinbarte Teil des Forderungsbetrags ausgezahlt.
- Ein möglicher Einbehalt wird später entsprechend der vertraglichen Regelungen abgerechnet.
Eine ausführliche Einführung finden Sie in unserem Beitrag Factoring einfach erklärt: Der Liquiditäts-Turbo für den Mittelstand.
2. Factoring vs. klassischer Bankkredit
Bankkredite gehören zu den wichtigsten Finanzierungsinstrumenten für Unternehmen. Sie können insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Kapital über einen längeren Zeitraum benötigt wird – beispielsweise für Maschinen, Immobilien, Betriebserweiterungen oder andere Investitionen.
Factoring verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Es setzt an bereits entstandenen Forderungen aus dem operativen Geschäft an.
| Kriterium | Factoring | Bankkredit |
|---|---|---|
| Grundlage | Ankauf geeigneter Forderungen | Kreditvertrag |
| Typischer Einsatz | Liquidität aus offenen Rechnungen | Investitionen und Betriebsmittel |
| Rückzahlung | Kein klassischer Tilgungsplan für den Forderungskauf | Tilgung nach Kreditvertrag |
| Prüfung | Unternehmen, Forderungen, Debitoren und Vertragsstruktur | Unternehmensbonität, Kapitaldienstfähigkeit und gegebenenfalls Sicherheiten |
| Zusatzleistungen | Je nach Modell Debitorenmanagement und Ausfallschutz | In der Regel keine vergleichbaren Factoringdienstleistungen |
Wann kann der Bankkredit sinnvoller sein?
Für langfristige Investitionen kann ein klassischer Investitionskredit die passendere Lösung sein. Eine Maschine mit zehn Jahren wirtschaftlicher Nutzungsdauer ausschließlich über kurzfristige Forderungsliquidität zu finanzieren, muss nicht zur Finanzierungsstruktur des Unternehmens passen.
Wann kann Factoring sinnvoller sein?
Factoring kann insbesondere interessant sein, wenn bereits erhebliche Umsätze erzielt werden, die Liquidität aber über längere Zeit in offenen Kundenforderungen gebunden bleibt.
Beide Instrumente können sich auch ergänzen. Factoring muss einen bestehenden Bankkredit nicht zwingend ersetzen.
3. Factoring vs. Kontokorrentkredit
Der Kontokorrentkredit ist für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsschwankungen.
Das Unternehmen kann sein Geschäftskonto innerhalb eines vereinbarten Rahmens belasten und den Kredit anschließend wieder zurückführen.
Vorteil des Kontokorrentkredits
Der große Vorteil liegt in der Flexibilität. Innerhalb des vereinbarten Rahmens kann Liquidität kurzfristig abgerufen werden, ohne dass für jede einzelne Zahlung eine neue Finanzierung beantragt werden muss.
Unterschied zum Factoring
Der Kontokorrentkredit besitzt einen vereinbarten Kreditrahmen. Factoring orientiert sich dagegen an den tatsächlich vorhandenen und ankauffähigen Forderungen.
Steigt der Umsatz eines Unternehmens, kann dadurch grundsätzlich auch das mögliche Factoringvolumen steigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Factoring unbegrenzt oder automatisch mit jedem Umsatzwachstum wächst.
Relevant bleiben unter anderem:
- Bonität der Debitoren
- Debitorenlimite
- Qualität der Forderungen
- Vertragsbedingungen
- Branche und Geschäftsmodell
- mögliche Konzentration auf einzelne Großkunden
Factoring und Kontokorrent können daher auch parallel eingesetzt werden.
4. Factoring vs. Leasing
Leasing und Factoring setzen an völlig unterschiedlichen Stellen der Unternehmensfinanzierung an.
Leasing ermöglicht Unternehmen die Nutzung bestimmter Wirtschaftsgüter gegen vertraglich vereinbarte Leasingraten. Typische Beispiele sind:
- Fahrzeuge
- Maschinen
- Produktionsanlagen
- IT-Ausstattung
- weitere betriebliche Investitionsgüter
Factoring finanziert dagegen keine Maschine oder kein Fahrzeug. Es setzt bei geeigneten Forderungen aus dem laufenden Geschäft an.
Warum beide Instrumente zusammenpassen können
Ein Produktionsunternehmen könnte beispielsweise Maschinen leasen und gleichzeitig geeignete Kundenforderungen über Factoring finanzieren.
Leasing unterstützt dann die Investitionsseite, während Factoring die Liquidität aus dem laufenden Umsatz früher verfügbar machen kann.
Ob diese Kombination wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Kosten, Vertragsbedingungen und der gesamten Finanzierungsstruktur des Unternehmens ab.
5. Factoring vs. Finetrading
Finetrading beziehungsweise Einkaufsfinanzierung setzt auf der anderen Seite des Geschäftsprozesses an.
Vereinfacht dargestellt finanziert der Finetrader den Einkauf eines Unternehmens. Der Lieferant erhält seine Zahlung, während das Unternehmen den Betrag entsprechend den vereinbarten Bedingungen später an den Finanzierer zahlt.
Factoring setzt dagegen nach dem Verkauf beziehungsweise nach Entstehung einer geeigneten Kundenforderung an.
| Factoring | Finetrading | |
|---|---|---|
| Ansatzpunkt | Verkaufsseite | Einkaufsseite |
| Grundlage | Geeignete Kundenforderung | Finanzierung eines Einkaufs |
| Ziel | Frühere Liquidität aus Forderungen | Spätere eigene Zahlung des Einkaufs |
| Typische Ergänzung | Debitorenmanagement/Ausfallschutz je nach Modell | Verlängertes Zahlungsziel im Einkauf |
Beide Instrumente können deshalb unterschiedliche Teile des Working Capitals adressieren.
6. Factoring und Skonto: Ein wirtschaftlicher Vergleich ist entscheidend
Ein häufig genanntes Argument für Factoring ist die Möglichkeit, verfügbare Liquidität für frühere Lieferantenzahlungen zu nutzen und dadurch gegebenenfalls Skonto zu erhalten.
Ob daraus tatsächlich ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht, muss jedoch gerechnet werden.
Rechenbeispiel
Ein Lieferant stellt eine Einkaufsrechnung über 50.000 Euro und gewährt bei fristgerechter früher Zahlung 2 Prozent Skonto.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Einkaufsrechnung | 50.000 € |
| Skontosatz | 2 % |
| Rechnerischer Skontovorteil | 1.000 € |
Ob sich die Nutzung von Factoringliquidität dafür lohnt, hängt davon ab, welche tatsächlichen Factoringkosten entstehen und welche alternative Finanzierung zur Verfügung steht.
Hinweis: Dieses Beispiel dient ausschließlich der Veranschaulichung. Es stellt weder ein konkretes Angebot noch einen garantierten wirtschaftlichen Vorteil dar.
Die Aussage, Skonto finanziere Factoring grundsätzlich vollständig, wäre daher zu pauschal.
7. Wie wirkt sich Factoring auf die Bilanz aus?
Auch bei der Bilanzwirkung unterscheiden sich Factoring und ein klassischer Kredit.
Ein Kredit führt grundsätzlich zu zusätzlicher Fremdfinanzierung und damit zu einer entsprechenden Position auf der Passivseite der Bilanz.
Beim Factoring kann eine verkaufte Forderung unter den jeweiligen bilanziellen Voraussetzungen ausgebucht werden.
Eine automatische Bilanzverkürzung entsteht dadurch jedoch noch nicht.
Wird lediglich eine Forderung gegen Bankguthaben ausgetauscht, verändert sich die Bilanzsumme grundsätzlich nicht allein aufgrund dieses Aktivtauschs.
Wird die erhaltene Liquidität anschließend beispielsweise zur Tilgung bestehender Verbindlichkeiten verwendet, kann sich unter geeigneten Voraussetzungen die Bilanzsumme reduzieren.
Bei unverändertem Eigenkapital kann dadurch die rechnerische Eigenkapitalquote steigen.
Ob Banken oder andere Finanzierungspartner dies positiv bewerten, hängt von weiteren Faktoren ab. Ein besseres Rating lässt sich deshalb nicht pauschal garantieren.
Mehr dazu erfahren Sie unter Wie wirkt sich Factoring auf die Bilanz aus?.
8. Ausfallschutz und Debitorenmanagement: Ein wichtiger Unterschied
Factoring kann neben der reinen Finanzierung zusätzliche Dienstleistungen enthalten.
Beim Full-Service-Factoring können beispielsweise Teile des Debitorenmanagements durch die Factoringgesellschaft übernommen werden.
Beim echten Factoring kann außerdem im vereinbarten Umfang das Delkredererisiko für entsprechend angekaufte und gedeckte Forderungen übernommen werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Factoringlösung automatisch:
- vollständigen Ausfallschutz bietet,
- das gesamte Mahnwesen übernimmt,
- jede Forderung finanziert oder
- jedes Debitorenrisiko absichert.
Der Leistungsumfang richtet sich nach Factoringart und Vertrag.
9. Welche Finanzierungsform passt zu welchem Bedarf?
| Finanzierungsbedarf | Typisch geeignete Instrumente |
|---|---|
| Offene B2B-Forderungen schneller liquidieren | Factoring |
| Maschinen oder Immobilien langfristig finanzieren | Bank- oder Investitionskredit |
| Kurzfristige Schwankungen auf dem Geschäftskonto abfangen | Kontokorrentkredit |
| Fahrzeuge oder Maschinen nutzen, ohne sie sofort vollständig zu erwerben | Leasing |
| Einkäufe vorfinanzieren | Finetrading beziehungsweise Einkaufsfinanzierung |
| Forderungsfinanzierung mit möglichen zusätzlichen Dienstleistungen | Factoring je nach Modell |
Diese Zuordnung ist eine Orientierung. In der Praxis können Finanzierungsinstrumente kombiniert werden.
10. Entscheidungsbeispiel: Welches Instrument passt zum Liquiditätsproblem?
Zur Veranschaulichung betrachten wir ein mittelständisches B2B-Unternehmen mit wachsenden Umsätzen.
Ausgangssituation
Das Unternehmen stellt regelmäßig Rechnungen an gewerbliche Kunden. Das durchschnittliche Zahlungsziel beträgt 60 Tage.
Gleichzeitig müssen Gehälter, Lieferanten und laufende Betriebskosten deutlich früher bezahlt werden.
Variante 1: Kontokorrent
Ein vorhandener Kontokorrentrahmen kann diese Zeitspanne überbrücken, sofern noch ausreichend Kreditlinie verfügbar ist.
Variante 2: Bankkredit
Ein Betriebsmittelkredit kann zusätzlichen Finanzierungsspielraum schaffen. Dafür müssen Kreditrahmen, Laufzeit und Rückzahlung mit dem Kreditgeber vereinbart werden.
Variante 3: Factoring
Wenn geeignete Forderungen vorliegen, können diese an eine Factoringgesellschaft verkauft werden. Dadurch kann ein Teil des bereits fakturierten Umsatzes früher verfügbar werden.
Welche Variante gewinnt?
Ohne konkrete Zahlen gibt es keinen objektiven Gewinner.
Entscheidend sind unter anderem:
- Höhe und Dauer des Liquiditätsbedarfs
- bestehende Kreditlinien
- Kosten der jeweiligen Finanzierung
- Qualität und Struktur der Forderungen
- Bonität der Debitoren
- gewünschte Zusatzleistungen
- betriebliche Wachstumsplanung
Genau deshalb ist ein Vergleich der tatsächlichen Angebote wichtiger als eine pauschale Aussage zugunsten einer einzelnen Finanzierungsform.
11. Kann Factoring mit anderen Finanzierungsformen kombiniert werden?
Ja. Gerade im Mittelstand kann eine diversifizierte Finanzierungsstruktur sinnvoll sein.
Ein Unternehmen könnte beispielsweise:
- eine Produktionsmaschine leasen,
- einen langfristigen Investitionskredit nutzen,
- einen Kontokorrentrahmen als Liquiditätsreserve behalten und
- gleichzeitig geeignete Kundenforderungen über Factoring finanzieren.
Dadurch erfüllt jedes Instrument eine andere Aufgabe.
Auch in wirtschaftlich unsicheren Phasen kann eine breitere Finanzierungsbasis interessant sein. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Factoring in Krisenzeiten: Liquidität, Ausfallschutz und Stabilität.
12. Wann spricht besonders viel für Factoring?
Factoring kann insbesondere dann interessant sein, wenn ein Unternehmen:
- regelmäßig Rechnungen an gewerbliche Kunden stellt,
- längere Zahlungsziele gewährt,
- viel Liquidität in offenen Forderungen gebunden hat,
- wächst und dadurch steigenden Betriebsmittelbedarf hat,
- seine Debitorenstruktur professioneller absichern möchte oder
- je nach Modell Teile des Forderungsmanagements auslagern möchte.
Weniger passend kann klassisches Factoring sein, wenn kaum geeignete Forderungen entstehen, der Umsatz überwiegend aus Bar- oder Privatkundengeschäften stammt oder der Finanzierungsbedarf bereits vor Entstehung einer ankauffähigen Forderung anfällt.
13. Was kostet Factoring im Vergleich zu anderen Finanzierungen?
Ein sinnvoller Kostenvergleich darf nicht nur einen Zinssatz oder eine Factoringgebühr gegenüberstellen.
Bei Factoring können je nach Modell unter anderem folgende Kostenbestandteile relevant sein:
- Factoringgebühr
- Finanzierungskosten
- mögliche Prüf- oder Serviceentgelte
- weitere vertraglich vereinbarte Kosten
Dem können je nach Modell Leistungen gegenüberstehen, etwa Finanzierung, Debitorenmanagement oder ein definierter Ausfallschutz.
Bei Krediten wiederum sind unter anderem Zinsen, Bereitstellungsentgelte, Sicherheiten und weitere Vertragsbedingungen relevant.
Bei Leasing und Finetrading gelten wiederum eigene Kostenstrukturen.
Entscheidend ist daher der Vergleich der Gesamtwirkung einer Finanzierung und nicht nur einer einzelnen Prozentzahl.
14. Was Berger Factoring beim Vergleich übernimmt
Berger Factoring ist ein unabhängiger Factoring-Vermittler und keine ankaufende Factoringgesellschaft.
Wir unterstützen Unternehmen dabei, geeignete Factoringgesellschaften und Vertragsmodelle zu identifizieren und miteinander zu vergleichen. Einen Überblick über Liquidität, Ausfallschutz, Debitorenmanagement und weitere mögliche Vorteile finden Sie auf unserer Seite Ihre Vorteile mit Factoring.
Dabei betrachten wir unter anderem:
- Branche und Geschäftsmodell
- Jahresumsatz und Factoringvolumen
- Debitorenstruktur
- Zahlungsziele
- Forderungsarten
- gewünschten Leistungsumfang
- Ausfallschutz
- Gesamtkosten
- bestehende Finanzierungsstruktur
Ziel ist nicht, Factoring unabhängig von der Ausgangslage als beste Finanzierung darzustellen. Entscheidend ist vielmehr, ob Factoring für den konkreten Liquiditätsbedarf wirtschaftlich und strukturell passt.
Factoring mit bestehenden Finanzierungen vergleichen
Sie möchten wissen, ob Factoring Ihren Bankkredit, Kontokorrent oder andere Finanzierungen sinnvoll ergänzen kann?
Berger Factoring unterstützt Sie mit persönlicher digitaler Beratung und einem unabhängigen Anbieter-Vergleich.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenHäufige Fragen: Factoring oder andere Finanzierung?
Ist Factoring besser als ein Bankkredit?
Nicht grundsätzlich. Beide Finanzierungsformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Factoring setzt an geeigneten Forderungen an, während Bankkredite unter anderem für Investitionen und Betriebsmittel eingesetzt werden können.
Kann Factoring einen Kontokorrentkredit ersetzen?
Das ist möglich, aber nicht zwingend sinnvoll. Factoring und Kontokorrent können auch parallel genutzt werden. Entscheidend sind Kosten, Kreditrahmen, Forderungsstruktur und Liquiditätsbedarf.
Wächst Factoring automatisch mit dem Umsatz?
Ein höherer Umsatz kann grundsätzlich zu einem größeren Bestand factoringfähiger Forderungen führen. Das mögliche Finanzierungsvolumen bleibt jedoch von Debitorenlimiten, Forderungsqualität, Vertragsbedingungen und weiteren Prüfungen abhängig.
Verbessert Factoring automatisch die Eigenkapitalquote?
Nein. Eine Verbesserung kann unter geeigneten bilanziellen Voraussetzungen entstehen, beispielsweise wenn Forderungen ausgebucht und mit der erhaltenen Liquidität Verbindlichkeiten reduziert werden. Ein bloßer Austausch einer Forderung gegen Bankguthaben verkürzt die Bilanz nicht automatisch.
Ist bei Factoring immer ein Ausfallschutz enthalten?
Nein. Der Umfang hängt vom gewählten Factoringmodell und Vertrag ab. Beim echten Factoring kann für entsprechend angekaufte und gedeckte Forderungen ein vertraglich definierter Delkredereschutz bestehen.
Übernimmt jede Factoringgesellschaft das Mahnwesen?
Nein. Beim Full-Service-Factoring kann das Debitorenmanagement Bestandteil der Leistung sein. Andere Modelle können davon abweichen.
Ist Factoring günstiger als ein Kontokorrentkredit?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Neben Finanzierungskosten müssen auch weitere Leistungen, Kreditrahmen, Sicherheiten, Ausfallschutz und Verwaltungsaufwand berücksichtigt werden.
Kann man Factoring und Leasing gleichzeitig nutzen?
Ja. Beide Instrumente erfüllen unterschiedliche Funktionen und können innerhalb einer Unternehmensfinanzierung miteinander kombiniert werden.
Fazit: Nicht Factoring gegen Kredit – sondern die richtige Finanzierung für den richtigen Zweck
Factoring, Bankkredit, Kontokorrent, Leasing und Finetrading lösen unterschiedliche Finanzierungsaufgaben.
Ein langfristiger Investitionsbedarf sollte anders betrachtet werden als Liquidität, die lediglich aufgrund langer Zahlungsziele in bereits gestellten Kundenrechnungen gebunden ist.
Die Stärke von Factoring liegt insbesondere darin, geeignete bestehende Forderungen früher in verfügbare Liquidität umzuwandeln.
Je nach Modell können zusätzlich Debitorenmanagement und ein definierter Ausfallschutz hinzukommen.
Ob Factoring wirtschaftlich sinnvoller als eine andere Finanzierung ist, lässt sich jedoch erst anhand der konkreten Ausgangslage, Kosten und Vertragsbedingungen beurteilen.
Berger Factoring unterstützt Unternehmen dabei, diese Möglichkeiten einzuordnen und geeignete Factoringangebote unabhängig miteinander zu vergleichen.



