Eigenkapitalquote & Factoring: Der strategische Hebel für Ihr Rating

Eigenkapitalquote & Factoring: Der strategische Hebel für Ihr Rating

Eigenkapitalquote durch Factoring verbessern: Bilanzverkürzung und Bankenrating verstehen

Eine hohe Eigenkapitalquote gilt als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Banken, Geschäftspartner und Wirtschaftsauskunfteien berücksichtigen sie bei der Beurteilung wirtschaftlicher Risiken. Doch kann Factoring tatsächlich helfen, die Eigenkapitalquote zu verbessern? Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Entscheidend sind die bilanzielle Behandlung verkaufter Forderungen und die anschließende Verwendung der Liquidität.

Factoring kann zu einer Bilanzverkürzung und damit zu einer rechnerisch höheren Eigenkapitalquote beitragen, wenn geeignete Forderungen bilanziell ausgebucht und die erhaltenen Mittel zur Tilgung bestehender Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Eine automatische Verbesserung des Bankenratings folgt daraus nicht.

Dieser Ratgeber erläutert die Zusammenhänge anhand einer Modellrechnung und zeigt Voraussetzungen, Kosten und Grenzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eigenkapitalquote: Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme, multipliziert mit 100.
  • Forderungsverkauf: Ein bilanziell wirksamer Verkauf gegen Bankguthaben führt zunächst grundsätzlich zu einem Aktivtausch.
  • Bilanzverkürzung: Sie kann entstehen, wenn erhaltene Liquidität zur Rückzahlung bilanzieller Verbindlichkeiten verwendet wird.
  • Factoringkosten: Gebühren und Finanzierungsentgelte können Ergebnis und Eigenkapital belasten.
  • Rating: Eine höhere Eigenkapitalquote garantiert keine bessere Kreditbewertung.
  • Bilanzierung: Nicht jeder Factoringvertrag führt zur bilanziellen Ausbuchung der Forderungen.
  • Berger Factoring: Wir vergleichen als unabhängiger Vermittler geeignete Factoringgesellschaften.

1. Was ist die Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote beschreibt, welcher Anteil der bilanziellen Vermögenswerte eines Unternehmens durch Eigenkapital finanziert ist.

Sie zählt zu den wichtigen Kennzahlen der Bilanzanalyse, insbesondere bei kapitalintensiven Unternehmen und der Beurteilung wirtschaftlicher Stabilität.

Die Formel lautet:

Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme × 100

Ein einfaches Beispiel

Ein Unternehmen verfügt über eine Bilanzsumme von 1.000.000 Euro. Davon entfallen 200.000 Euro auf Eigenkapital und 800.000 Euro auf Verbindlichkeiten.

Die Eigenkapitalquote beträgt:

200.000 Euro ÷ 1.000.000 Euro × 100 = 20 %.

Das bedeutet, dass rechnerisch 20 Prozent der bilanzierten Vermögenswerte durch Eigenkapital finanziert sind.

Eine höhere Quote kann auf eine geringere relative Abhängigkeit von Fremdkapital hindeuten. Sie allein ermöglicht jedoch keine vollständige Aussage über Zahlungsfähigkeit, Ertragskraft oder Kreditwürdigkeit.

2. Warum ist die Eigenkapitalquote für Banken wichtig?

Banken analysieren bei Kreditentscheidungen verschiedene wirtschaftliche Informationen. Die Eigenkapitalquote kann dabei eine wichtige Rolle spielen, weil Eigenkapital Verluste auffangen kann.

Weitere relevante Faktoren sind beispielsweise:

  • Ertragskraft und nachhaltige Profitabilität
  • operativer Cashflow
  • Liquiditätsreserven
  • bestehende Finanzverbindlichkeiten
  • Schuldendienstfähigkeit
  • Branche und Geschäftsmodell
  • Kunden- und Lieferantenabhängigkeiten
  • Qualität der Unternehmensführung und Finanzplanung
  • vorhandene Sicherheiten

Ein Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote, aber dauerhaft negativem Cashflow, kann kreditwirtschaftlich problematischer sein als ein Unternehmen mit niedrigerer Quote und stabiler Ertragskraft.

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Ratingfaktor, aber kein alleiniger Maßstab für die Bonität.

3. Wie wirkt sich Factoring auf die Bilanz aus?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen geeignete Forderungen an eine Factoringgesellschaft.

Ob diese Forderungen aus der Bilanz ausgebucht werden dürfen, hängt von der Vertragsgestaltung und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften ab.

Schritt 1: Die Forderung wird verkauft

Ein Unternehmen verkauft eine geeignete Kundenforderung. Bei Vorliegen der bilanziellen Voraussetzungen wird die Forderung ausgebucht.

Im Gegenzug erhält es Zahlungsmittel sowie gegebenenfalls einen Anspruch auf einen noch ausstehenden Kaufpreisbestandteil.

Schritt 2: Aktivtausch statt automatischer Bilanzverkürzung

Wenn das Unternehmen eine Forderung über 100.000 Euro zum Buchwert verkauft und dafür vollständig 100.000 Euro Bankguthaben erhält, bleibt die Bilanzsumme zunächst unverändert.

Die Forderung wird durch liquide Mittel ersetzt. Dieser Vorgang wird als Aktivtausch bezeichnet.

Der Forderungsverkauf allein erhöht die Eigenkapitalquote deshalb nicht automatisch.

Schritt 3: Schuldentilgung kann die Bilanz verkürzen

Verwendet das Unternehmen die erhaltene Liquidität zur Rückzahlung bestehender bilanzieller Verbindlichkeiten, reduzieren sich unter geeigneten Voraussetzungen sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite.

Bei unverändertem Eigenkapital steigt durch die geringere Bilanzsumme die Eigenkapitalquote rechnerisch.

Schritt 4: Kosten beeinflussen das Ergebnis

Factoring verursacht regelmäßig Kosten. Soweit diese erfolgswirksam anfallen, reduzieren sie das Periodenergebnis und damit grundsätzlich auch das Eigenkapital.

Die tatsächliche Verbesserung der Eigenkapitalquote kann deshalb geringer ausfallen als in einer Darstellung ohne Gebühren.

4. Echtes Factoring und bilanzielle Ausbuchung

Die bilanzielle Ausbuchung hängt von den maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften und der tatsächlichen Vertragsgestaltung ab.

Die Begriffe echtes Factoring und unechtes Factoring sind dabei nicht in jedem Fall mit einer abschließenden bilanziellen Beurteilung gleichzusetzen.

Echtes Factoring

Beim echten Factoring kann der Factor das vertraglich gedeckte wirtschaftliche Ausfallrisiko wirksam angekaufter Forderungen übernehmen.

Ob die Forderung bilanziell auszubuchen ist, hängt zusätzlich davon ab, welche wirtschaftlichen Risiken, Chancen und gegebenenfalls Kontrollrechte beim Unternehmen verbleiben.

Unechtes Factoring

Beim unechten Factoring verbleibt das wirtschaftliche Ausfallrisiko in wesentlichem Umfang beim Forderungsverkäufer.

Je nach Ausgestaltung kann der Vorgang wirtschaftlich eher einer besicherten Finanzierung entsprechen. Dann kann eine bilanzielle Ausbuchung ausgeschlossen sein.

HGB und IFRS unterscheiden

Unternehmen müssen ihre Factoringverträge nach den jeweils anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften beurteilen.

Bei der Rechnungslegung nach HGB sind insbesondere die wirtschaftliche Zurechnung und die konkreten Vertragsbedingungen relevant.

Bei Anwendung der IFRS gelten eigene Vorgaben zur Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte, insbesondere nach IFRS 9.

Auch Rückgriffsrechte, Sicherungseinbehalte und weitere Vertragsklauseln können die Beurteilung beeinflussen.

Eine abschließende bilanzielle Einordnung sollte mit der zuständigen Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung abgestimmt werden.

5. Praxisbeispiel: Wie Factoring die Eigenkapitalquote verändern kann

Um die Praxisnähe zu verdeutlichen, blicken wir auf ein konkretes Szenario, wie es uns bei Berger Factoring regelmäßig begegnet.

Illustrative Modellrechnung – keine dokumentierte Kundenreferenz

Die Ausgangssituation

Ein fiktives mittelständisches Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe besitzt eine Bilanzsumme von 1.000.000 Euro.

Das Eigenkapital beträgt 200.000 Euro. Die bilanziellen Verbindlichkeiten belaufen sich auf insgesamt 800.000 Euro.

Auf der Aktivseite bestehen unter anderem 300.000 Euro geeignete und bereits entstandene Kundenforderungen.

BilanzpositionAusgangswert
Bilanzsumme1.000.000 €
Eigenkapital200.000 €
Verbindlichkeiten800.000 €
Davon bestehende Kundenforderungen auf der Aktivseite300.000 €
Eigenkapitalquote20,0 %

Die Herausforderung

Das Unternehmen möchte bestehende Finanzverbindlichkeiten reduzieren und seine Liquiditätssteuerung verbessern.

Ein Teil des Vermögens ist in offenen Forderungen gebunden. Gleichzeitig bestehen kurzfristige Verbindlichkeiten, die mit früher verfügbaren Zahlungsmitteln zurückgeführt werden könnten.

Die Geschäftsführung prüft deshalb, ob geeignete Forderungen verkauft und die verfügbaren Mittel zur Schuldentilgung verwendet werden können.

Die Lösung durch Berger Factoring

Berger Factoring würde als unabhängiger Vermittler geeignete Factoringgesellschaften vergleichen.

Für das Beispiel nehmen wir an, dass Forderungen im Buchwert von 300.000 Euro rechtlich wirksam verkauft werden, die bilanziellen Ausbuchungsvoraussetzungen vollständig erfüllt sind und keine weiteren Verpflichtungen aus dem Forderungsverkauf entstehen.

Der angenommene endgültige Kaufpreis beträgt nach sämtlichen berücksichtigten Factoringkosten 294.000 Euro.

Die Kosten des Forderungsverkaufs betragen somit modellhaft 6.000 Euro.

Für die Rechnung wird angenommen, dass der vollständige Kaufpreis sofort ausgezahlt und anschließend zur Tilgung von bilanziellen Verbindlichkeiten genutzt wird. Im vereinfachten Beispiel bestehen keine Sicherungseinbehalte, weiteren Kaufpreisansprüche oder zusätzlichen steuerlichen Effekte.

PositionModellbetrag
Verkaufte Forderungen zum Buchwert300.000 €
Angenommene Gesamtkosten6.000 €
Ausgezahlter Nettokaufpreis294.000 €
Tilgung bestehender Verbindlichkeiten294.000 €

Die Verkaufskosten reduzieren im Modell das Ergebnis und das Eigenkapital um 6.000 Euro. Die Tilgung reduziert die bilanziellen Verbindlichkeiten um 294.000 Euro.

Das Ergebnis

Aus den genannten Annahmen ergibt sich folgende vereinfachte Bilanzentwicklung:

Bilanzposition Vor Factoring Nach Factoring und Tilgung
Eigenkapital200.000 €194.000 €
Verbindlichkeiten800.000 €506.000 €
Bilanzsumme1.000.000 €700.000 €
Eigenkapitalquote20,0 %27,7 %

Die neue Eigenkapitalquote ergibt sich aus:

194.000 Euro ÷ 700.000 Euro × 100 = rund 27,7 %.

Im Modell steigt die Eigenkapitalquote um rund 7,7 Prozentpunkte, obwohl das absolute Eigenkapital aufgrund der berücksichtigten Kosten leicht sinkt.

Das Beispiel zeigt den rechnerischen Effekt einer Bilanzverkürzung, nicht eine garantierte Entwicklung.

Andere Auszahlungsquoten, Einbehalte, Gebühren, Finanzierungsentgelte, steuerliche Effekte oder bilanzielle Besonderheiten können zu abweichenden Ergebnissen führen.

Fazit der Fallstudie: Factoring kann unter geeigneten Voraussetzungen eine höhere Eigenkapitalquote ermöglichen, wenn Forderungen bilanziell ausgebucht und die Mittel zur Schuldentilgung verwendet werden. Eine automatische Verbesserung des Bankenratings oder der Kreditkonditionen ergibt sich daraus nicht.

6. Was passiert, wenn die Factoringliquidität auf dem Konto bleibt?

Die Verwendung der erhaltenen Liquidität ist für die Bilanzwirkung entscheidend.

Bleibt der Erlös aus einem bilanziell wirksamen Forderungsverkauf zum Buchwert auf dem Bankkonto, entsteht grundsätzlich ein Aktivtausch statt einer Bilanzverkürzung.

Das Unternehmen besitzt weniger offene Forderungen und mehr Bankguthaben. Dies kann die kurzfristige Zahlungsfähigkeit verbessern, auch wenn die Eigenkapitalquote unverändert bleibt.

Wird die Liquidität für zusätzliche Warenbestände eingesetzt, entsteht daraus ebenfalls nicht automatisch eine höhere Eigenkapitalquote.

7. Welche Auswirkungen kann Factoring auf das Bankenrating haben?

Eine verbesserte Eigenkapitalquote kann bei einer Kreditprüfung positiv berücksichtigt werden. Banken bewerten jedoch mehrere quantitative und qualitative Kriterien.

Zu den quantitativen Kennzahlen gehören unter anderem:

  • Eigenkapitalquote
  • Verschuldungsgrad
  • Cashflow
  • Ertragslage
  • Kapitaldienstfähigkeit
  • Liquiditätskennzahlen

Hinzu kommen qualitative Gesichtspunkte wie Geschäftsstrategie, Marktumfeld, Finanzplanung und Zuverlässigkeit betrieblicher Berichte.

Warum eine höhere Quote nicht automatisch bessere Zinsen bedeutet

Eine Bank kann die Eigenkapitalquote positiv bewerten, zugleich aber laufende Factoringkosten, verbleibende Verpflichtungen und die allgemeine Risikostruktur berücksichtigen.

Sie kann bilanzielle Entwicklungen zudem wirtschaftlich bereinigen, um Unternehmen vergleichbar zu beurteilen.

Ein rechnerischer Anstieg der Eigenkapitalquote führt deshalb nicht zwingend zu einer besseren Ratingklasse oder niedrigeren Zinsmargen.

Wie Factoring im Bankgespräch dargestellt werden sollte

Unternehmen sollten transparent erläutern, welche Forderungen verkauft wurden, welche Verpflichtungen verbleiben und wie sich Liquidität, Kosten und Verschuldung verändert haben.

8. Basel-Regulierung: Welche Bedeutung hat sie?

Die europäische Bankenregulierung beeinflusst unter anderem, welche Eigenmittel Kreditinstitute für bestimmte Risiken vorhalten müssen.

Daraus lässt sich jedoch keine einfache Formel ableiten, nach der eine höhere Eigenkapitalquote automatisch einen bestimmten Zinsnachlass auslöst.

Die Kreditentscheidung hängt von bankinternen Verfahren, aufsichtsrechtlichen Vorgaben und dem individuellen Risikoprofil ab.

Factoring kann Bestandteil des Working-Capital-Managements sein, ist aber keine Garantie für eine bessere regulatorische Risikoeinstufung.

9. Kann Factoring zusätzlich Zinskosten reduzieren?

Wenn ein Unternehmen teure Kreditlinien nutzt, kann die Rückführung dieser Verbindlichkeiten Zinsaufwendungen verringern. Die Einsparung muss mit sämtlichen zusätzlichen Factoringkosten verglichen werden.

Illustrative Wirtschaftlichkeitsrechnung

Ein Unternehmen könnte eine bestehende Kontokorrentinanspruchnahme von 100.000 Euro für 60 Tage reduzieren.

Bei einem hypothetischen Kreditzinssatz von zwölf Prozent jährlich ergibt sich auf Basis einer 360-Tage-Rechnung:

100.000 Euro × 12 % × 60 ÷ 360 = 2.000 Euro.

Würden für die erforderliche Factoringfinanzierung zusätzliche Gesamtkosten von 1.500 Euro entstehen, ergäbe sich in dieser vereinfachten Betrachtung ein rechnerischer Vorteil von 500 Euro.

Das ist keine allgemeine Konditionsaussage. Vertragsgebühren, Mindestentgelte, tatsächliche Zahlungszeitpunkte und weitere Kosten müssen berücksichtigt werden.

10. Skontovorteile und Gewinn: Ein zweiter möglicher Effekt

Früher verfügbare Liquidität kann ermöglichen, Lieferantenrechnungen innerhalb angebotener Skontofristen zu bezahlen.

Entsteht nach Abzug der zusätzlichen Finanzierungskosten ein Vorteil, kann dieser unter den jeweiligen bilanziellen Voraussetzungen das Ergebnis verbessern.

Bleiben erwirtschaftete Gewinne im Unternehmen, kann dies langfristig das Eigenkapital stärken.

Wenn Lieferantenrechnungen jedoch bereits ohne Factoring innerhalb der Skontofristen bezahlt werden, entsteht möglicherweise kein zusätzlicher Vorteil.

Ebenso können Factoringkosten einen möglichen Einkaufsvorteil vollständig aufzehren oder übersteigen.

Für eine seriöse Wirtschaftlichkeitsrechnung müssen sämtliche zusätzlichen Vorteile und Kosten gegenübergestellt werden.

11. Welche Risiken müssen Unternehmen berücksichtigen?

Factoring sollte nicht ausschließlich anhand einer möglichen Erhöhung der Eigenkapitalquote bewertet werden.

Weitere wichtige Faktoren sind:

  • Gesamtkosten des Forderungsverkaufs
  • tatsächliche bilanzielle Ausbuchungsvoraussetzungen
  • mögliche Rückgriffs- und Gewährleistungsverpflichtungen
  • Debitorenlimite und Ankaufskriterien
  • vorläufige Einbehalte
  • Mindestumsätze und Vertragslaufzeiten
  • bestehende Sicherungsabtretungen
  • Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern

Auch Forderungen aus strittigen Leistungen oder mit berechtigten Gegenansprüchen sind nicht automatisch factoringfähig.

Weitere Informationen enthält unser Ratgeber zum Factoringvertrag.

12. Factoring, Forderungsabtretung und Kredit: Die Unterschiede

Für die Bilanzoptimierung ist entscheidend, ob tatsächlich ein Forderungsverkauf oder lediglich eine Kreditbesicherung vorliegt.

Bei einer Sicherungsabtretung werden Forderungen typischerweise als Sicherheit für eine Finanzierung eingesetzt. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie aus der Bilanz verschwinden.

Bei einem bilanziell wirksamen Forderungsverkauf können dagegen die Ausbuchungsvoraussetzungen erfüllt sein.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag Zession vs. Factoring: Sicherheit oder echte Liquidität?.

Welche Modelle infrage kommen, erläutert unser Ratgeber über Factoring-Anbieter und deren Auswahl.

13. Für welche Unternehmen kann die Bilanzwirkung besonders relevant sein?

Die mögliche Bilanzwirkung ist nicht auf eine einzelne Branche beschränkt. Sie kann bei bilanzierenden Unternehmen mit umfangreichen geeigneten B2B-Forderungen und bestehenden Verbindlichkeiten interessant sein.

Beispiele sind:

  • Industrie- und Produktionsunternehmen
  • Großhandelsbetriebe
  • Transport- und Logistikunternehmen
  • Personaldienstleister
  • Unternehmen mit regelmäßig wiederkehrenden gewerblichen Rechnungen

Entscheidend bleiben Forderungsstruktur, Vertragsbedingungen und bilanzielle Voraussetzungen.

Für produzierende Unternehmen erläutern wir weitere Einsatzmöglichkeiten im Beitrag Lebensmittelzulieferer: Liquidität zwischen Ernte und Regal.

Zur Einordnung verwandter Suchfragen finden Sie außerdem unsere Beiträge Wie wirkt sich Factoring auf die Bilanz aus? mit dem Fokus auf die allgemeinen Bilanzwirkungen sowie Bilanzstärke & Top-Rating: Die versteckte Kraft des Factorings mit dem übergreifenden Blick auf Bonitäts- und Ratingfaktoren. Dieser Ratgeber konzentriert sich dagegen auf die Berechnung der Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung von Factoringkosten und Schuldentilgung.

Eine übergreifende Orientierung zu möglichen Einsatzgebieten bietet unsere Branchenseite für Industrie, Großhandel und Produktion.

FAQ: Eigenkapitalquote, Factoring und Bankenrating

Verbessert Factoring automatisch die Eigenkapitalquote?

Nein. Entscheidend sind unter anderem die bilanzielle Ausbuchung der Forderung, die Verwendung der erhaltenen Liquidität und die berücksichtigten Kosten.

Wann entsteht durch Factoring eine Bilanzverkürzung?

Eine Bilanzverkürzung kann entstehen, wenn geeignete Forderungen bilanziell ausgebucht und die erhaltenen Mittel anschließend zur Tilgung bilanzieller Verbindlichkeiten verwendet werden.

Was passiert, wenn das Geld auf dem Bankkonto bleibt?

Bei einem vollständig bilanziell wirksamen Forderungsverkauf zum Buchwert entsteht grundsätzlich zunächst ein Aktivtausch. Ohne weitere Vorgänge erhöht das die Eigenkapitalquote nicht automatisch.

Ist echtes Factoring immer bilanzverkürzend?

Nein. Neben der Vertragsbezeichnung sind die tatsächlichen wirtschaftlichen Risiken, Rechte und anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften relevant. Auch die Mittelverwendung spielt eine Rolle.

Verbessert eine höhere Eigenkapitalquote automatisch das Bankenrating?

Nein. Banken berücksichtigen neben der Eigenkapitalquote unter anderem Cashflow, Ertragskraft, Verschuldung, Sicherheiten und qualitative Risiken.

Kann Factoring die Zinskosten reduzieren?

Das kann möglich sein, wenn mit früher verfügbarer Liquidität verzinsliche Verbindlichkeiten zurückgeführt werden. Die eingesparten Zinsen müssen den gesamten zusätzlichen Factoringkosten gegenübergestellt werden.

Wie beeinflussen Factoringgebühren das Eigenkapital?

Soweit Factoringgebühren und Finanzierungsentgelte erfolgswirksam anfallen, reduzieren sie das Ergebnis und damit grundsätzlich auch das Eigenkapital.

Ist Factoring nach HGB und IFRS gleich zu behandeln?

Nein. Die maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften unterscheiden sich. Die bilanzielle Behandlung hängt von den jeweiligen Ausbuchungsvoraussetzungen und der Vertragsgestaltung ab.

Können Unternehmen Factoring mit einem Bankkredit kombinieren?

Ja. Beide Finanzierungsinstrumente können sich ergänzen. Dabei müssen insbesondere bestehende Sicherungsabtretungen, Kreditbedingungen und die Gesamtfinanzierung berücksichtigt werden.

Wer entscheidet über die bilanzielle Behandlung?

Die Unternehmensleitung ist für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung verantwortlich. Die konkrete Beurteilung sollte mit der zuständigen Steuerberatung beziehungsweise Wirtschaftsprüfung abgestimmt werden.

14. Warum Berger Factoring?

Berger Factoring ist ein unabhängiger Factoring-Vermittler. Wir kaufen selbst keine Forderungen an und geben keine verbindlichen Finanzierungszusagen.

Bei der Anbieterauswahl berücksichtigen wir die wirtschaftlichen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens, insbesondere:

  • Forderungsvolumen und Debitorenstruktur
  • Factoringmodell und Vertragsbedingungen
  • Auszahlungsquoten und mögliche Einbehalte
  • Factoringgebühren und Finanzierungsentgelte
  • bestehende Bankfinanzierungen
  • mögliche Sicherungsabtretungen
  • Vertragslaufzeiten und Mindestumsätze
  • betrieblichen Liquiditätsbedarf

Eine verbindliche bilanzielle Beurteilung oder Ratingprognose gehört nicht zum Leistungsversprechen einer Factoringvermittlung und sollte durch die zuständigen Fachleute erfolgen.

Fazit: Factoring kann die Eigenkapitalquote verbessern – aber nicht automatisch

Factoring kann sowohl eine Liquiditätslösung als auch Bestandteil des Working-Capital-Managements sein.

Unter geeigneten Voraussetzungen kann der bilanziell wirksame Forderungsverkauf in Verbindung mit der Rückzahlung von Verbindlichkeiten zu einer geringeren Bilanzsumme führen.

Dadurch kann die Eigenkapitalquote rechnerisch steigen, selbst wenn das absolute Eigenkapital durch Factoringkosten leicht sinkt.

Eine höhere Eigenkapitalquote kann bei Finanzierungsgesprächen relevant sein, garantiert jedoch weder ein besseres Rating noch niedrigere Kreditzinsen.

Entscheidend ist eine wirtschaftlich sinnvolle Finanzierung, die Liquiditätsnutzen, Vertragsbedingungen und sämtliche Kosten berücksichtigt.

Factoring als Teil Ihrer Finanzierungsstrategie prüfen

Sie möchten bestehende Kundenforderungen früher liquiditätswirksam machen und verschiedene Factoringmodelle vergleichen? Wir analysieren Ihre Forderungsstruktur und unterstützen Sie bei der unabhängigen Anbieterauswahl.

Kostenloses Erstgespräch vereinbaren

Finden Sie das ideale Modell für Ihr Unternehmen

Nutzen Sie unseren Experten-Check, um herauszufinden, ob Factoring oder ein hybrider Finanzierungsmix Ihren Cashflow am effektivsten optimiert. Wir beraten Sie herstellerneutral und bankenunabhängig.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Aktuelle Praxisbeispiele

Weitere spannende Einblicke für den Mittelstand.

Berger Factoring auf Instagram

Folgen Sie uns für tägliche Insights, Expertenwissen und Blicke hinter die Kulissen der Mittelstandsfinanzierung.