Zession und Factoring setzen beide bei Forderungen eines Unternehmens an – wirtschaftlich erfüllen sie jedoch unterschiedliche Aufgaben. Bei einer Zession werden Forderungen an einen Dritten abgetreten, häufig als Sicherheit für einen Kredit. Beim Factoring werden geeignete bestehende Forderungen dagegen an eine Factoringgesellschaft verkauft. Daraus können sich Unterschiede bei Liquidität, Finanzierung, Ausfallrisiko, Debitorenmanagement und Bilanzwirkung ergeben. Für Unternehmen mit langen Zahlungszielen ist deshalb nicht nur entscheidend, dass Forderungen vorhanden sind, sondern wie diese Forderungen in die gesamte Finanzierungsstruktur eingebunden werden.
Zession oder Factoring: Das Wichtigste auf einen Blick
- Zession bedeutet Forderungsabtretung: Sie kann beispielsweise zur Besicherung einer Kreditlinie eingesetzt werden.
- Factoring ist Forderungsverkauf: Geeignete bereits entstandene Forderungen können an eine Factoringgesellschaft verkauft werden.
- Liquidität entsteht unterschiedlich: Bei der Zession stammt die Liquidität typischerweise aus dem Kredit; beim Factoring aus dem Ankauf geeigneter Forderungen.
- Ausfallschutz ist modellabhängig: Beim echten Factoring kann das vertraglich definierte Zahlungsunfähigkeitsrisiko gedeckter Forderungen übernommen werden.
- Bilanzwirkungen sind nicht automatisch: Sie hängen von Vertragsgestaltung, bilanzieller Behandlung und Mittelverwendung ab.
- Berger Factoring vermittelt unabhängig: Wir kaufen Forderungen nicht selbst an, sondern vergleichen geeignete Factoringgesellschaften.
Einen allgemeinen Überblick über die Funktionsweise von Factoring finden Sie unter Ihre Vorteile mit Factoring. Welche Anbieter grundsätzlich infrage kommen können, erläutern wir unter Factoring-Anbieter vergleichen.
1. Was ist eine Zession?
Unter einer Zession versteht man die Abtretung einer Forderung von einem bisherigen Gläubiger an einen neuen Gläubiger.
Im Unternehmensalltag begegnet die Zession häufig im Zusammenhang mit Bankfinanzierungen.
Ein Unternehmen erhält beispielsweise eine Kontokorrentlinie. Als Sicherheit verlangt die Bank die Abtretung bestimmter Kundenforderungen.
Die Forderungen dienen dann als Sicherheit für die Kreditgewährung.
Entscheidend ist dabei: Die Forderungsabtretung selbst ist nicht automatisch die Finanzierungsquelle. Die Liquidität stammt typischerweise aus dem Kredit, dessen Rückzahlung durch die abgetretenen Forderungen zusätzlich abgesichert wird.
Typische Formen der Zession
In der Praxis können unterschiedliche Formen vorkommen:
- Einzelzession: Eine konkret bestimmte Forderung wird abgetreten.
- Mantelzession: Forderungen werden bis zu einer vereinbarten Größenordnung abgetreten und laufend ersetzt.
- Globalzession: Ein größerer Bestand gegenwärtiger und gegebenenfalls zukünftiger Forderungen wird erfasst.
- Stille Zession: Der Schuldner wird zunächst nicht über die Abtretung informiert.
- Offene Zession: Der Schuldner weiß, dass die Forderung an einen neuen Gläubiger abgetreten wurde.
Welche Form verwendet wird, hängt von Finanzierung, Vertrag und Sicherheitenstruktur ab.
2. Was ist Factoring?
Factoring setzt ebenfalls bei Forderungen an, verfolgt jedoch einen anderen wirtschaftlichen Zweck.
Ein Unternehmen verkauft geeignete bestehende Forderungen aus bereits erbrachten Lieferungen oder Leistungen an eine Factoringgesellschaft.
Der Factor prüft dabei unter anderem:
- Forderungsentstehung
- Abtretbarkeit
- Debitorenbonität
- Debitorenlimit
- Fälligkeit
- Einwendungen oder Gegenforderungen
- Rechnungsstruktur
Wird eine Forderung akzeptiert, kann ein vertraglich vereinbarter Teil des Forderungswertes vor dem regulären Zahlungstermin liquiditätswirksam werden.
Eine pauschale Auszahlung innerhalb von 24 oder 48 Stunden ist jedoch nicht garantiert. Auszahlungsgeschwindigkeit, Vorauszahlungsquote und Ankauf hängen vom jeweiligen Factoringanbieter, dem Vertrag, dem Debitor und der konkreten Forderung ab.
3. Der zentrale Unterschied: Sicherheit oder Forderungsverkauf
Zession und Factoring unterscheiden sich vor allem darin, welche Rolle die Forderung übernimmt.
| Kriterium | Zession | Factoring |
|---|---|---|
| Grundfunktion | Forderungsabtretung, häufig zur Kreditsicherung | Verkauf geeigneter bestehender Forderungen |
| Liquiditätsquelle | Typischerweise Bank- oder Kreditlinie | Ankauf geeigneter Forderungen |
| Ausfallrisiko | Abhängig von Kredit- und Sicherheitenvertrag | Beim echten Factoring teilweise Übernahme des definierten Delkredererisikos möglich |
| Debitorenmanagement | Bleibt regelmäßig beim Unternehmen | Je nach Factoringmodell teilweise oder vollständig beim Factor |
| Bilanzwirkung | Abhängig von Kredit- und Rechnungslegungsstruktur | Unter Voraussetzungen Ausbuchung von Forderungen möglich |
Damit sind Zession und Factoring keine identischen Instrumente, obwohl bei beiden Forderungen abgetreten werden können.
4. Was bedeutet eine Globalzession für die Finanzierung?
Eine Globalzession kann für Banken eine wichtige Kreditsicherheit darstellen.
Für Unternehmen ist jedoch relevant, welche Forderungen bereits abgetreten wurden.
Soll später Factoring eingesetzt werden, muss geprüft werden, ob die betreffenden Forderungen überhaupt noch wirksam an den Factor übertragen werden können.
Eine bestehende Globalzession kann daher eine Factoringeinführung erschweren.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Factoring ausgeschlossen ist.
Je nach Konstellation können beispielsweise erforderlich sein:
- Freigaben durch die finanzierende Bank
- Abgrenzung bestimmter Forderungsbestände
- Rangvereinbarungen
- Anpassungen bestehender Sicherheiten
Bei bestehenden Kreditverträgen sollte dieser Punkt deshalb frühzeitig geprüft werden.
5. Welche Lösung schafft tatsächlich Liquidität?
Bei einer klassischen Sicherungszession entsteht Liquidität typischerweise über die damit verbundene Kreditlinie.
Beispiel:
Ein Unternehmen besitzt Kundenforderungen über 500.000 Euro und tritt diese im Rahmen einer Globalzession an seine Bank ab.
Die Bank gewährt beispielsweise eine Kontokorrentlinie.
Das Unternehmen nutzt die Kreditlinie und zahlt für die Inanspruchnahme Zinsen.
Beim Factoring entsteht der Liquiditätseffekt dagegen aus dem Ankauf geeigneter Forderungen.
Das Unternehmen verkauft also vorhandene Forderungen und muss nicht zwingend warten, bis der Kunde das vollständige Zahlungsziel ausgeschöpft hat.
Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt nicht nur vom Zinssatz oder der Factoringgebühr ab.
Auch Flexibilität, Sicherheiten, Ausfallschutz, Debitorenmanagement und Finanzierungsstruktur müssen berücksichtigt werden.
6. Ausfallschutz: ein wichtiger Unterschied
Eine reine Forderungsabtretung an eine Bank bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen vom Forderungsausfall befreit wird.
Beim echten Factoring kann dagegen ein Delkredereschutz Bestandteil des Vertrags sein.
Dieser Schutz ist jedoch nicht mit einer pauschalen Versicherung sämtlicher Forderungen gleichzusetzen.
Geschützt sein kann das vertraglich definierte Zahlungsunfähigkeitsrisiko geeigneter, angekaufter und gedeckter Forderungen.
Nicht automatisch erfasst sind beispielsweise:
- Leistungsstreitigkeiten
- Mängel
- Aufrechnungen
- Gegenforderungen
- Gutschriften
- nicht gedeckte Beträge
- Überschreitungen eines Debitorenlimits
Eine vertiefende Erklärung finden Sie unter Ausfallschutz bei Forderungen.
7. Debitorenmanagement: Wer kümmert sich um die Rechnung?
Ein weiterer Unterschied kann im Debitorenmanagement liegen.
Bei einer Zession bleibt das operative Forderungsmanagement regelmäßig beim Unternehmen.
Das bedeutet beispielsweise:
- Zahlungseingänge überwachen
- Kundenkonten abstimmen
- Mahnungen versenden
- offene Posten verfolgen
Beim Full-Service-Factoring können solche Aufgaben teilweise oder weitgehend vom Factor übernommen werden.
Andere Factoringmodelle lassen mehr Aufgaben beim Unternehmen.
Die administrative Entlastung hängt deshalb immer vom gewählten Modell ab.
8. Bilanzwirkung: keine pauschalen Versprechen
Auch bei der Bilanzwirkung sollten Zession und Factoring differenziert betrachtet werden.
Bei einer Kreditfinanzierung kann sich die Bilanzsumme durch zusätzliche Liquidität und Verbindlichkeiten erhöhen.
Beim Factoring kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Forderung bilanziell ausgebucht werden.
Wird die erhaltene Liquidität anschließend beispielsweise zur Rückführung kurzfristiger Verbindlichkeiten genutzt, kann sich die Bilanzsumme reduzieren.
Bei unverändertem Eigenkapital kann dadurch rechnerisch die Eigenkapitalquote steigen.
Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass sich automatisch:
- der Creditreform-Bonitätsindex,
- das Bankenrating,
- Kreditkonditionen oder
- Leasingkonditionen
verbessern.
Banken und Auskunfteien berücksichtigen zahlreiche weitere Faktoren.
9. Kosten: Bankzins gegen Factoring-Gesamtkosten
Ein sinnvoller Vergleich sollte nicht lediglich einen Kontokorrentzinssatz mit einer Factoringgebühr gegenüberstellen.
Bei einer Kreditlösung können unter anderem relevant sein:
- Sollzinsen
- Bereitstellungsprovisionen
- Sicherheiten
- Kontoführungs- oder Bearbeitungskosten
Beim Factoring können beispielsweise relevant sein:
- Factoringgebühr
- Finanzierungszins
- Debitorenprüfung
- Mindestgebühren
- weitere vertragliche Kosten
Eine detaillierte Übersicht finden Sie unter Factoring-Kosten.
10. Skonto: möglicher Vorteil, aber kein Automatismus
Frühere Liquidität kann ein Unternehmen in die Lage versetzen, Lieferanten schneller zu bezahlen.
Wenn ein Lieferant beispielsweise bei einer Rechnung von 50.000 Euro tatsächlich 2 Prozent Skonto gewährt, entspricht dies rechnerisch 1.000 Euro Preisvorteil.
Ob sich dieser Vorteil wirtschaftlich lohnt, hängt jedoch von den gesamten Factoringkosten ab.
Factoring finanziert sich deshalb nicht automatisch selbst.
Auch eine jährliche Hochrechnung von Skonto darf nicht mit einem klassischen Kreditzins gleichgesetzt werden.
Mehr dazu lesen Sie unter Skonto nutzen mit Factoring.
11. Wann kann eine Zession sinnvoll sein?
Eine Zession kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn:
- eine bestehende Banklinie ausreichend ist,
- die Bank Forderungen als zusätzliche Sicherheit akzeptiert,
- das Unternehmen sein Debitorenmanagement selbst übernehmen möchte,
- kein zusätzlicher Delkredereschutz benötigt wird,
- die Kreditstruktur wirtschaftlich attraktiv ist.
Eine Zession ist deshalb nicht grundsätzlich schlechter als Factoring.
Sie erfüllt lediglich eine andere Funktion.
12. Wann kann Factoring sinnvoll sein?
Factoring kann insbesondere interessant sein, wenn:
- regelmäßig B2B-Forderungen entstehen,
- Kunden lange Zahlungsziele nutzen,
- Wachstum zusätzlichen Working-Capital-Bedarf erzeugt,
- die Banklinie nicht allein genutzt werden soll,
- Debitorenmanagement ausgelagert werden soll,
- ein vertraglich definierter Ausfallschutz gewünscht wird.
Eine grundlegende Gegenüberstellung zu anderen Finanzierungsformen finden Sie unter Factoring vs. alternative Finanzierungsformen.
Praxisbeispiel
Praxisbeispiel: Zession oder Factoring bei 60 Tagen Zahlungsziel?
Um die Praxisnähe zu verdeutlichen, blicken wir auf ein konkretes Szenario, wie es uns bei Berger Factoring regelmäßig begegnet.
Einordnung: Das folgende Beispiel ist eine illustrative Modellrechnung und keine dokumentierte Kundenreferenz oder Finanzierungszusage. Ob Forderungen angekauft werden, welche Vorauszahlungsquote möglich ist und welche Kosten entstehen, hängt vom jeweiligen Anbieter, Vertrag, Debitor und Forderungsstatus ab.
Ausgangssituation
Ein mittelständisches Logistikunternehmen stellt seinen gewerblichen Kunden monatlich Rechnungen über insgesamt 250.000 Euro.
| Kennzahl | Modellannahme |
|---|---|
| Monatliches Rechnungsvolumen | 250.000 € |
| Durchschnittliches Zahlungsziel | 60 Tage |
| Forderungsbestand | 500.000 € |
| Regelmäßiger Liquiditätsbedarf | Kraftstoff, Löhne und Maut |
Herausforderung
Das Unternehmen muss seine laufenden Kosten bezahlen, während ein erheblicher Teil der Umsätze noch innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels offensteht.
Factoring-Lösung
Für die Modellrechnung wird angenommen, dass Forderungen über 200.000 Euro nach Prüfung vom Factoringanbieter als geeignet akzeptiert werden.
Bei einer rein illustrativen Vorauszahlungsquote von 90 Prozent könnten daraus rechnerisch 180.000 Euro vor dem regulären Zahlungstermin liquiditätswirksam werden.
| Position | Illustrativer Wert |
|---|---|
| Geeignete Forderungen | 200.000 € |
| Illustrative Vorauszahlungsquote | 90 % |
| Rechnerisch frühere Liquidität | 180.000 € |
| Vorläufiger Einbehalt | 20.000 € |
Ergebnis
Bei einer Zessionslösung würde die Forderung beispielsweise als Sicherheit für eine Kreditlinie dienen. Beim Factoring könnte ein Teil geeigneter bestehender Forderungen dagegen unmittelbar Grundlage der Liquiditätsbereitstellung sein.
Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt von Kreditkonditionen, Factoringkosten, Sicherheiten, Debitorenstruktur und gewünschtem Leistungsumfang ab.
Das Beispiel enthält keine Zusage für eine bestimmte Auszahlungshöhe oder Auszahlungsgeschwindigkeit.
13. Bestehende Bankzession und Factoring gleichzeitig?
Eine häufige Praxisfrage lautet, ob Factoring eingesetzt werden kann, obwohl bereits Forderungen an eine Bank abgetreten wurden.
Das kann möglich sein, muss aber rechtlich und vertraglich sauber gelöst werden.
Entscheidend ist insbesondere, welche Forderungen bereits von einer bestehenden Global- oder Mantelzession erfasst werden.
Der Factor benötigt die Möglichkeit, die vorgesehenen Forderungen wirksam zu erwerben.
Deshalb können Abstimmungen mit der Bank erforderlich sein.
Dieser Punkt sollte vor Abschluss eines Factoringvertrags geklärt werden.
14. Warum Berger Factoring?
Berger Factoring ist unabhängiger Factoring-Vermittler und keine selbst ankaufende Factoringgesellschaft.
Wir betrachten bei einer Anfrage unter anderem:
- Jahresumsatz
- Forderungsbestand
- Zahlungsziele
- Debitorenstruktur
- bestehende Banklinien
- Global- oder Mantelzessionen
- gewünschten Ausfallschutz
- Debitorenmanagement
- Kostenstruktur
Auf dieser Grundlage vergleichen wir geeignete Factoringgesellschaften und unterstützen bei der Auswahl einer passenden Lösung.
Zession oder Factoring für Ihr Unternehmen prüfen
Ihre Forderungen sind bereits an eine Bank abgetreten oder Sie prüfen Factoring als Alternative beziehungsweise Ergänzung?
Berger Factoring prüft unabhängig, welche Factoringgesellschaft grundsätzlich zu Ihrer Forderungs-, Debitoren- und Finanzierungsstruktur passen könnte.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenHäufige Fragen zu Zession und Factoring
Ist eine Zession dasselbe wie Factoring?
Nein. Eine Zession bezeichnet zunächst die Abtretung einer Forderung. Beim Factoring werden geeignete Forderungen im Rahmen eines Factoringvertrags verkauft und können zusätzlich mit Finanzierung, Debitorenmanagement oder Delkredereschutz verbunden sein.
Erzeugt eine Zession automatisch Liquidität?
Nein. Wird eine Forderung beispielsweise zur Sicherung eines Bankkredits abgetreten, entsteht die Liquidität aus der Kreditlinie und nicht allein aus der Abtretung.
Kann Factoring trotz Globalzession möglich sein?
Grundsätzlich kann das möglich sein. Bestehende Rechte der Bank müssen jedoch berücksichtigt und gegebenenfalls durch Freigaben oder andere Vereinbarungen geregelt werden.
Übernimmt Factoring jeden Forderungsausfall?
Nein. Beim echten Factoring kann das vertraglich definierte Zahlungsunfähigkeitsrisiko geeigneter und gedeckter Forderungen übernommen werden. Streitige oder nicht gedeckte Forderungsteile sind davon zu unterscheiden.
Erhalte ich beim Factoring immer innerhalb von 24 Stunden Geld?
Nein. Auszahlungsgeschwindigkeit und Vorauszahlungsquote hängen vom Anbieter, Vertrag, Debitor und Forderungsstatus ab.
Verbessert Factoring automatisch mein Rating?
Nein. Mögliche Bilanz- oder Ratingeffekte hängen von Vertragsgestaltung, bilanzieller Behandlung, Mittelverwendung und weiteren Unternehmenskennzahlen ab.
Ist Factoring immer teurer als eine Zession?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Verglichen werden müssen die Gesamtkosten und Leistungen der jeweiligen Finanzierung, einschließlich Zinsen, Gebühren, Sicherheiten, Ausfallschutz und gegebenenfalls Debitorenmanagement.
Was passiert mit meinem bisherigen Kontokorrentkredit?
Das hängt von der bestehenden Finanzierungsstruktur und den Vereinbarungen mit der Bank ab. Factoring kann parallel zu anderen Finanzierungen eingesetzt werden, sofern Sicherheiten und Verträge miteinander vereinbar sind.
Fazit: Zession und Factoring erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Zession und Factoring verwenden beide Forderungen als wirtschaftlichen Ausgangspunkt, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.
Bei einer Zession kann die Forderung beispielsweise als Kreditsicherheit dienen. Factoring setzt dagegen auf den Verkauf geeigneter bestehender Forderungen.
Dadurch können Unterschiede bei Liquidität, Ausfallrisiko, Debitorenmanagement und bilanzieller Behandlung entstehen.
Factoring ist deshalb nicht automatisch besser als eine Zession – und eine Zession nicht automatisch günstiger oder flexibler.
Welche Lösung passt, hängt von Forderungsbestand, Bankfinanzierung, Sicherheiten, Debitorenstruktur, Kosten und gewünschtem Leistungsumfang ab.
Gerade wenn bereits eine Globalzession besteht, sollte die Finanzierung nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, dass bestehende Bankrechte und ein möglicher Forderungsverkauf sauber aufeinander abgestimmt werden.
Für Unternehmen mit regelmäßigen B2B-Forderungen und langen Zahlungszielen kann Factoring ein zusätzlicher Baustein der Working-Capital-Finanzierung sein. Ob dieser Baustein wirtschaftlich sinnvoll ist, muss jedoch anhand der konkreten Unternehmensstruktur geprüft werden.



