- Personalkosten finanzieren: Gehälter und Sozialabgaben werden zu festen Terminen fällig, während Kundenrechnungen teilweise erst Wochen später bezahlt werden.
- Liquidität verbessern: Factoring kann geeignete bestehende Forderungen früher in verfügbare Mittel umwandeln.
- Mitarbeiterbindung: Eine solide Finanzplanung unterstützt verlässliche Gehaltszahlungen und schafft Spielraum für Personalentwicklung.
- Recruiting und Wachstum: Zusätzliche Liquidität kann helfen, die Anlaufkosten neuer Beschäftigter zu tragen.
- Ausfallschutz: Echtes Factoring kann das vertraglich gedeckte wirtschaftliche Ausfallrisiko angekaufter Forderungen übernehmen.
- Keine Automatismen: Factoring garantiert weder pünktliche Gehaltszahlungen noch bessere Bankratings oder erfolgreiche Neueinstellungen.
- Unabhängige Vermittlung: Berger Factoring unterstützt beim Vergleich geeigneter Factoringgesellschaften und kauft selbst keine Forderungen an.
Factoring und Recruiting: Warum Liquidität ein wichtiger Arbeitgeberfaktor ist
Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten, gehört zu den wichtigsten Aufgaben vieler mittelständischer Unternehmen. Attraktive Arbeitsbedingungen, nachvollziehbare Entwicklungsperspektiven und eine verlässliche Vergütung können dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Gerade personalintensive Dienstleister stehen jedoch vor einer wirtschaftlichen Herausforderung: Die eigenen Beschäftigten werden regelmäßig bezahlt, während Auftraggeber häufig Zahlungsziele von 30, 60 oder mehr Tagen vereinbaren.
Ein Unternehmen kann daher ausreichend Aufträge besitzen und dennoch Schwierigkeiten haben, zusätzliches Personal vorzufinanzieren.
Factoring kann an dieser Stelle einen Beitrag zur Liquiditätsplanung leisten. Geeignete bereits entstandene Forderungen werden an eine Factoringgesellschaft verkauft. Der vereinbarte Kaufpreisanteil kann dadurch früher verfügbar sein als bei einer regulären Zahlung durch den Auftraggeber.
Die erhaltene Liquidität kann anschließend unter anderem zur Deckung laufender Personalkosten eingesetzt werden. Ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Forderungsbestand, den Vertragsbedingungen und den tatsächlichen Finanzierungskosten ab.
Berger Factoring unterstützt als unabhängiger Vermittler beim Vergleich geeigneter Factoringgesellschaften. Wir kaufen selbst keine Forderungen an.
Weitere Informationen zu personalintensiven Dienstleistungsmodellen finden Sie in unserer Branchenlösung Dienstleistung, Personal & Agenturen.
1. Die Finanzierungslücke zwischen Gehaltszahlung und Kundeneingang
Personalkosten entstehen unabhängig davon, wann ein Kunde seine Rechnung bezahlt.
Das gilt insbesondere für Unternehmen, deren Leistungen überwiegend durch Beschäftigte erbracht werden.
Personalkosten sind regelmäßig fällig
Gehälter, Zuschläge, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und weitere Personalnebenkosten müssen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden.
Die konkreten Zahlungstermine ergeben sich aus gesetzlichen Vorschriften und den jeweiligen vertraglichen Regelungen.
Für Sozialversicherungsbeiträge gilt grundsätzlich die Fälligkeit am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats. Auch die entsprechenden Melde- und Nachweispflichten müssen rechtzeitig erfüllt werden.
Forderungen werden später bezahlt
Ein Sicherheitsdienst kann seinen Auftraggeber beispielsweise monatlich über erbrachte Bewachungsleistungen abrechnen.
Während die Mitarbeitenden bereits im laufenden Monat vergütet werden müssen, erfolgt die Zahlung des Kunden möglicherweise erst 45 oder 60 Tage nach Rechnungsstellung.
Dadurch können mehrere Gehaltsläufe finanziert werden müssen, bevor eine größere Rechnung beglichen wird.
Auftragswachstum verstärkt den Bedarf
Übernimmt ein Dienstleister zusätzliche Aufträge, benötigt er häufig sofort weitere Beschäftigte.
Die zusätzlichen Personalkosten können somit früher steigen als die tatsächlich verfügbaren Zahlungseingänge.
Eine gute Auftragslage ersetzt deshalb keine belastbare Liquiditätsplanung.
2. Warum finanzielle Stabilität für die Mitarbeiterbindung wichtig ist
Für Beschäftigte gehören verlässliche Vergütungsabläufe zu den grundlegenden Erwartungen an einen Arbeitgeber.
Unregelmäßige oder verspätete Zahlungen können das Vertrauen beeinträchtigen und organisatorische Belastungen verursachen.
Pünktliche Gehaltszahlungen
Die Einhaltung vereinbarter Gehaltstermine ist eine arbeitsvertragliche Verpflichtung.
Factoring kann helfen, die dafür benötigte Liquidität aus geeigneten Forderungen früher verfügbar zu machen.
Es ersetzt jedoch nicht die Verantwortung des Unternehmens, seine Lohnzahlungen dauerhaft sicherzustellen.
Planbarkeit für Führungskräfte
Wenn die Liquiditätsentwicklung frühzeitig erkennbar ist, können Geschäftsführung und Personalabteilung fundierter über Neueinstellungen, Arbeitszeiten und zusätzliche Investitionen entscheiden.
Das kann die Personalplanung erleichtern und kurzfristige Finanzierungsentscheidungen reduzieren.
Spielraum für Personalentwicklung
Ausreichende finanzielle Mittel können auch für Weiterbildungen, ergonomische Arbeitsplätze und zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen eingesetzt werden.
Solche Investitionen können zur Arbeitgeberattraktivität beitragen.
Ein direkter, statistisch nachgewiesener Anstieg der Mitarbeiterzufriedenheit allein durch Factoring lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
3. Factoring als Instrument zur Finanzierung des laufenden Personalbedarfs
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen geeignete bestehende Forderungen an eine Factoringgesellschaft.
Nach Prüfung und Ankauf wird ein vertraglich vereinbarter Kaufpreisanteil ausgezahlt.
Liquidität aus bereits erbrachten Leistungen
Ein typisches Beispiel sind abgerechnete Dienstleistungen gegenüber gewerblichen Auftraggebern.
Ist die Forderung rechtlich entstanden, übertragbar und vom Factor akzeptiert, kann sie grundsätzlich für einen Forderungsankauf infrage kommen.
Ein bloß unterschriebener neuer Auftrag oder die geplante Einstellung weiterer Beschäftigter begründet dagegen nicht automatisch eine ankauffähige Forderung.
Vorauszahlung und Einbehalt
Je nach Factoringvertrag wird zunächst ein bestimmter Anteil des Forderungsbetrags ausgezahlt.
Ein verbleibender Einbehalt wird nach Maßgabe des Vertrags später abgerechnet.
Die tatsächliche Vorauszahlungsquote hängt von Anbieter, Debitorenstruktur, Forderungsqualität und weiteren Bedingungen ab.
Finanzierungskosten beachten
Factoring kann Gebühren, Finanzierungsentgelte und weitere vereinbarte Kosten verursachen.
Deshalb sollte der Vorteil eines früheren Zahlungseingangs immer mit dem vollständigen wirtschaftlichen Aufwand verglichen werden.
Verbindliche Angaben zur Vertragsgestaltung finden Unternehmen in unserem Ratgeber zum Factoringvertrag.
4. Recruiting finanzieren: Was Factoring leisten kann und was nicht
Neue Beschäftigte verursachen häufig bereits vor ihrem ersten vollständig abrechenbaren Einsatz Kosten.
Dazu gehören beispielsweise Stellenausschreibungen, Auswahlverfahren, Einarbeitung und erforderliche Qualifikationen.
Bestehende Liquidität gezielter einsetzen
Wenn ein Unternehmen aus bereits erbrachten Leistungen früher liquide Mittel erhält, können andere verfügbare Mittel für Recruiting und Einarbeitung eingesetzt werden.
Das kann die Finanzierung zusätzlicher Beschäftigter erleichtern.
Keine Vorfinanzierung beliebiger Zukunftsaufträge
Factoring ist jedoch kein allgemeiner Kredit für zukünftige Personalkosten.
Die Finanzierung knüpft grundsätzlich an geeignete bestehende Forderungen an.
Für einen neuen Auftrag, bei dem noch keine abrechenbaren Leistungen erbracht wurden, kann deshalb weiterhin eine separate Anlauf- oder Betriebsmittelfinanzierung erforderlich sein.
Kapazitäten realistisch planen
Bei Neueinstellungen sollte das Unternehmen insbesondere den zeitlichen Abstand zwischen Personalaufbau, Leistungserbringung, Rechnungsstellung und Kaufpreiszahlung berücksichtigen.
Auch Urlaubszeiten, Krankheit, mögliche Rechnungskürzungen und nicht abrechenbare Einarbeitungsphasen gehören in eine belastbare Planung.
5. Personalintensive Branchen: Wo Liquiditätsplanung besonders wichtig ist
Der Zusammenhang zwischen Personalaufwand und verzögerten Zahlungseingängen zeigt sich in verschiedenen Dienstleistungsbranchen.
Pflege und soziale Dienste
Pflegedienste müssen Beschäftigte regelmäßig bezahlen, während die Vergütung erbrachter Leistungen eigenen Abrechnungs- und Prüfprozessen unterliegen kann.
Forderungen gegenüber gesetzlichen Kostenträgern unterliegen teilweise besonderen rechtlichen und administrativen Anforderungen.
Deshalb ist nicht jede Pflegeforderung ohne Weiteres über klassische B2B-Factoringmodelle finanzierbar.
Sicherheitsdienste
Bewachungsunternehmen benötigen Personal, bevor die monatlichen Leistungen vollständig abgerechnet und bezahlt werden.
Bei großen gewerblichen Auftraggebern können längere Zahlungsziele entstehen.
Entscheidend ist, dass die abgerechneten Leistungen nachvollziehbar dokumentiert und die Forderungen für einen Ankauf geeignet sind.
Personaldienstleister
Auch Zeitarbeitsunternehmen und andere Personaldienstleister müssen Löhne vorfinanzieren.
Bei dokumentierten, abgerechneten und akzeptierten Leistungen kann Factoring ein möglicher Finanzierungsbaustein sein.
Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Anbieter.
Logistik und Facility Management
Transport-, Reinigungs- und Gebäudedienstleister tragen ebenfalls laufende Personalaufwendungen.
Regelmäßige B2B-Rechnungen können bei geeigneter Struktur für einen Forderungsankauf infrage kommen.
Die vertraglichen Leistungsnachweise bleiben dabei wichtig.
6. Echtes Factoring und Forderungsausfallschutz
Neben dem früheren Liquiditätszufluss kann bei echtem Factoring das wirtschaftliche Ausfallrisiko angekaufter Forderungen vertraglich auf den Factor übergehen.
Schutz bei wirtschaftlichem Zahlungsausfall
Wird ein angekaufter Debitor zahlungsunfähig, kann die Factoringgesellschaft das vertraglich gedeckte wirtschaftliche Risiko tragen.
Dies kann Unternehmen vor zusätzlichen Belastungen durch einzelne Forderungsausfälle schützen.
Grenzen der Absicherung
Der Schutz gilt nicht automatisch für sämtliche gestellten Rechnungen.
Berechtigte Reklamationen, fehlende Leistungsnachweise, nicht bestehende Forderungen oder vertragliche Ausschlüsse können Rückbelastungen beziehungsweise andere Ansprüche auslösen.
Auch genehmigte Debitorenlimite sind zu beachten.
Echtes Factoring ist damit keine Garantie für die vollständige Absicherung sämtlicher Unternehmens- oder Personalkosten.
Eine ausführliche Erläuterung der Risiken bietet unser Beitrag Sicherheit geht vor – Der Schutz vor Bad Debt.
7. Praxisbeispiel: Pflegedienst „Herz & Hand“ plant zwölf neue Stellen
Um die Praxisnähe zu verdeutlichen, blicken wir auf ein konkretes Szenario, wie es uns bei Berger Factoring regelmäßig begegnet.
Das folgende Beispiel ist eine illustrative Modellrechnung und keine dokumentierte Kundenreferenz. Die ursprünglichen Eckdaten des Pflegedienstes bleiben erhalten. Für die Finanzierung wird ausdrücklich eine zusätzliche Annahme zu geeigneten bereits bestehenden Forderungen getroffen.
Die Ausgangssituation
Der fiktive Pflegedienst „Herz & Hand“ plant die Übernahme zusätzlicher Versorgungsaufträge für zwei Seniorenresidenzen.
Dadurch soll das monatliche Honorarvolumen im Modell um 85.000 Euro steigen.
Für die Betreuung werden zwölf zusätzliche Fachkräfte benötigt.
Die angenommenen gesamten zusätzlichen monatlichen Personalaufwendungen betragen 55.000 Euro.
Die ursprüngliche Planung sieht Zahlungseingänge aus den neu erbrachten Leistungen nach ungefähr 45 bis 70 Tagen vor. Dies ist eine Annahme des Beispiels und keine allgemeingültige Aussage über Zahlungsfristen von Pflegekassen.
Die Herausforderung
Das Unternehmen muss Personal gewinnen, einarbeiten und vergüten, bevor sämtliche Zahlungen für die neuen Leistungen eingehen.
Bei zwei Monaten zusätzlicher Personalaufwendungen ergibt sich rechnerisch ein Bedarf von 110.000 Euro, sofern keine entsprechenden Zahlungseingänge oder anderweitigen Mittel zur Verfügung stehen.
Ein zusätzlicher Auftrag über 85.000 Euro monatlich bedeutet nicht automatisch, dass bereits zum Projektbeginn 85.000 Euro an factoringfähigen Forderungen bestehen.
Insbesondere die Ankauffähigkeit von Forderungen gegenüber gesetzlichen Kostenträgern müsste gesondert geprüft werden.
Die Lösung durch Berger Factoring
Berger Factoring würde zunächst die Abrechnungsstruktur, Debitoren, bestehenden Forderungen und Vertragsbedingungen erfassen und geeignete Factoringgesellschaften vergleichen.
Für die Modellrechnung wird angenommen, dass „Herz & Hand“ bereits 85.000 Euro an unbestrittenen, vollständig erbrachten und rechtlich übertragbaren Forderungen gegenüber gewerblichen Auftraggebern besitzt.
Diese Forderungen stammen ausdrücklich aus bereits abgeschlossenen und abgerechneten Leistungen und nicht aus den noch nicht erbrachten neuen Versorgungsaufträgen.
Ein spezialisierter Factoringpartner akzeptiert diese Forderungen im Modell und vereinbart eine anfängliche Auszahlung von 90 Prozent.
Die hypothetischen Konditionen betragen ein Prozent Factoringgebühr sowie acht Prozent jährliches Finanzierungsentgelt für 45 Tage auf den vorfinanzierten Betrag.
| Modellposition | Betrag |
|---|---|
| Neue monatliche Honorare (Planung) | 85.000 € |
| Zusätzliche monatliche Personalaufwendungen | 55.000 € |
| Bestehende, hypothetisch ankauffähige B2B-Forderungen | 85.000 € |
| Anfängliche Vorauszahlung (90 %) | 76.500 € |
| Vorläufiger Einbehalt (10 %) | 8.500 € |
| Factoringgebühr (1 %) | 850 € |
| Finanzierungsentgelt (8 % p. a., 45 Tage, Basis 360) | 765 € |
| Anfänglicher Nettozufluss nach Kosten | 74.885 € |
| Davon angenommener Einsatz für einen Personalmonat | 55.000 € |
| Verbleibender Liquiditätsbetrag | 19.885 € |
Die Rechnung setzt voraus, dass beide Kostenpositionen unmittelbar vom anfänglichen Kaufpreisanteil abgezogen werden. Weitere vertragliche Kosten sind nicht berücksichtigt.
Der Einbehalt von 8.500 Euro ist keine zusätzliche Factoringgebühr. Seine spätere Abrechnung hängt von den Vertragsbedingungen und dem Forderungsverlauf ab.
Das Ergebnis
Unter den angenommenen Voraussetzungen stünden dem Unternehmen anfänglich 74.885 Euro aus dem Verkauf bereits bestehender Forderungen zur Verfügung.
Damit könnte es rechnerisch die zusätzlichen Personalaufwendungen eines Monats von 55.000 Euro decken.
Es verblieben zunächst 19.885 Euro für weitere betriebliche Verpflichtungen.
Für den zweiten Monat und die übrigen Aufwendungen wäre eine fortlaufende Liquiditätsplanung erforderlich.
Das Beispiel setzt voraus, dass auch nach dem ersten Forderungsverkauf ausreichende Liquidität vorhanden ist oder weitere geeignete Forderungen entstehen.
Weder die erfolgreiche Besetzung aller zwölf Stellen noch eine bestimmte Recruitinggeschwindigkeit lässt sich allein aus dem Einsatz von Factoring ableiten.
Das Ergebnis: Geeignetes Factoring kann die Finanzierung eines zusätzlichen Personalmonats rechnerisch unterstützen. Es ersetzt jedoch nicht die Prüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der gesamten Expansion.
Fazit: Entscheidend sind die tatsächlich vorhandenen, ankauffähigen Forderungen und die vollständige Planung aller Personalkosten.
8. Factoring und Bankenfinanzierung sinnvoll kombinieren
Factoring kann eine bestehende Unternehmensfinanzierung ergänzen.
Bankkredite können beispielsweise für langfristige Investitionen oder bestimmte Anlaufkosten eingesetzt werden, während geeignete Forderungen über Factoring finanziert werden.
Bestehende Kreditlinien
Wenn Forderungserlöse früher verfügbar sind, kann sich die Beanspruchung einer Kontokorrentlinie verringern.
Die tatsächliche Wirkung hängt davon ab, wie die Mittel eingesetzt werden.
Bilanzielle Behandlung
Ein bilanziell wirksamer Forderungsverkauf führt bei entsprechender Kaufpreiszahlung zunächst grundsätzlich zu einem Aktivtausch.
Eine Bilanzverkürzung kann entstehen, wenn die erhaltene Liquidität anschließend zur Tilgung bestehender Verbindlichkeiten verwendet wird.
Rating und Eigenkapitalquote
Die Auswirkungen auf Eigenkapitalquote und Kreditwürdigkeit hängen von Rechnungslegung, Kosten und tatsächlicher Finanzierungsstruktur ab.
Eine automatische Ratingverbesserung kann nicht garantiert werden.
Die Zusammenhänge werden im Beitrag Strategisches Bilanz-Management auf einen Blick ausführlicher erläutert.
9. Arbeitgeberattraktivität: Was Liquidität tatsächlich ermöglicht
Finanzielle Stabilität kann die organisatorischen Voraussetzungen für eine verlässliche Personalpolitik verbessern.
Sie ersetzt jedoch weder gute Führung noch angemessene Arbeitsbedingungen.
Vergütung verlässlich planen
Ein realistischer Liquiditätsplan hilft, Gehaltszahlungen, Zuschläge und weitere Personalkosten rechtzeitig vorzubereiten.
Das Unternehmen bleibt selbst für die Erfüllung seiner Verpflichtungen verantwortlich.
Weiterbildung und Entwicklung
Ausreichende Liquiditätsreserven können dazu beitragen, Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen ohne kurzfristigen Finanzierungsdruck einzuplanen.
Neue Stellen nachhaltig schaffen
Eine Neueinstellung sollte nicht ausschließlich danach beurteilt werden, ob die nächste Gehaltszahlung finanzierbar ist.
Auch langfristige Auslastung, Produktivität und erwartete Zahlungseingänge müssen berücksichtigt werden.
Glaubwürdiges Employer Branding
Unternehmen sollten gegenüber Bewerbern nur solche Leistungen und Entwicklungsperspektiven kommunizieren, die sie tatsächlich gewährleisten können.
Factoring kann dabei ein Baustein der Finanzierungsstrategie sein, aber keinen bestimmten Recruiting-Erfolg garantieren.
10. Checkliste: Personalkosten und Forderungsfinanzierung gemeinsam planen
Bevor ein Unternehmen Factoring zur Unterstützung seiner Personalplanung einsetzt, sollte es folgende Fragen beantworten:
- Forderungsbestand: Welche geeigneten, bereits entstandenen Forderungen stehen tatsächlich zur Verfügung?
- Debitoren: Gegen welche Auftraggeber bestehen diese Forderungen und welche Bonitätsrisiken liegen vor?
- Personalkosten: Wie hoch sind die vollständigen monatlichen Arbeitgeberaufwendungen einschließlich Zuschlägen und Nebenkosten?
- Zahlungsfristen: Wann werden Gehälter, Sozialabgaben, Steuern und sonstige Verpflichtungen fällig?
- Personalwachstum: Welche zusätzlichen Kosten entstehen während Recruiting und Einarbeitung?
- Finanzierungskonditionen: Welche Vorauszahlungen, Einbehalte und Gesamtkosten bietet der Factor?
- Risikoschutz: Welche Forderungen fallen tatsächlich unter den vereinbarten Delkredereschutz?
- Liquiditätsreserve: Welche Mittel verbleiben nach der Finanzierung der nächsten Gehaltsläufe?
Aus diesen Angaben lässt sich beurteilen, ob Factoring den bestehenden Liquiditätsbedarf sinnvoll ergänzen kann.
FAQ: Häufige Fragen zu Factoring, Recruiting und Mitarbeiterbindung
1. Kann Factoring helfen, Gehälter pünktlich zu bezahlen?
Factoring kann geeignete bestehende Forderungen früher liquiditätswirksam machen. Damit stehen möglicherweise zusätzliche Mittel für Gehaltszahlungen zur Verfügung. Eine Garantie für die pünktliche Zahlung sämtlicher Löhne entsteht daraus nicht.
2. Können mit Factoring neue Mitarbeitende finanziert werden?
Die Liquidität aus angekauften Forderungen kann im Unternehmen für verschiedene betriebliche Verpflichtungen eingesetzt werden. Die Finanzierung hängt jedoch vom tatsächlich ankauffähigen Forderungsbestand ab.
3. Ist Factoring auch für Pflegeunternehmen geeignet?
Das kann bei geeigneten Forderungen möglich sein. Forderungen gegenüber gesetzlichen Kostenträgern unterliegen teilweise besonderen Anforderungen und müssen individuell geprüft werden.
4. Werden Rechnungen automatisch innerhalb von 24 Stunden bezahlt?
Nein. Die Auszahlungsgeschwindigkeit hängt vom Anbieter, dem Vertrag sowie der Prüfung und Freigabe der jeweiligen Forderung ab.
5. Können Boni und variable Vergütungen finanziert werden?
Verfügbare betriebliche Liquidität kann grundsätzlich auch für vertraglich geschuldete variable Vergütungen eingesetzt werden. Factoring finanziert jedoch die angekauften Forderungen und nicht unmittelbar einzelne Gehaltsbestandteile.
6. Was passiert bei einer gekürzten Kundenrechnung?
Rechnungskürzungen und berechtigte Einwendungen können den Forderungsbestand beeinflussen. Rückbelastungen und Einbehalte richten sich nach dem jeweiligen Factoringvertrag.
7. Schützt echtes Factoring vor Kundeninsolvenzen?
Es kann das vertraglich gedeckte wirtschaftliche Ausfallrisiko wirksam angekaufter Forderungen übernehmen. Nicht alle Unternehmens- und Forderungsrisiken sind automatisch abgesichert.
8. Verbessert Factoring die Mitarbeiterzufriedenheit?
Eine verlässlichere Liquiditätsplanung kann die Voraussetzungen für stabile Gehaltsabläufe verbessern. Ein bestimmter Anstieg der Mitarbeiterzufriedenheit oder eine geringere Fluktuation lässt sich daraus nicht garantieren.
9. Ist Factoring auch für kleinere oder junge Unternehmen möglich?
Das hängt von Mindestumsatz, Forderungsstruktur, Debitoren und den Anforderungen des Finanzierungspartners ab. Nicht jede Factoringgesellschaft bietet Lösungen für junge oder kleine Unternehmen an.
10. Welche Rolle übernimmt Berger Factoring?
Berger Factoring unterstützt beim unabhängigen Vergleich geeigneter Factoringgesellschaften. Die endgültige Ankaufsentscheidung trifft der jeweilige Finanzierungspartner.
11. Fazit: Nachhaltiges Recruiting braucht eine solide Finanzierungsplanung
Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung erfordern mehr als attraktive Stellenanzeigen.
Unternehmen müssen auch sicherstellen, dass die damit verbundenen Personalkosten langfristig wirtschaftlich tragbar sind.
Gerade bei personalintensiven Dienstleistern können lange Zahlungsziele dazu führen, dass Gehälter und Sozialabgaben deutlich früher fällig werden als die Zahlungen der Auftraggeber.
Factoring kann geeignete bereits entstandene Forderungen früher liquiditätswirksam machen und damit die laufende Finanzierung unterstützen.
Eine vollständige Personalfinanzierung, ein bestimmter Recruiting-Erfolg oder ein höheres Bankenrating lassen sich daraus jedoch nicht automatisch ableiten.
Berger Factoring unterstützt Unternehmen als unabhängiger Vermittler dabei, passende Factoringgesellschaften zu vergleichen und die Finanzierung des laufenden Geschäfts transparent zu beurteilen.
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